Zum zweiten Mal schrieb die Heinrich von Kleist-Gesellschaft in diesem Jahr den Preis für den besten studentischen Aufsatz über Kleists Werk aus. Sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Einsendungen war - trotz der coronabedingten Einschränkungen - erfreulich hoch, sodass wir auch im kommenden Jahr den Preis ausschreiben werden.
Ausgezeichnet wird der Aufsatz von Tobias Krüger, der an der Freien Universität Berlin Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert. Unter dem Titel ›Mit dem Strich gelesen. Zur Verwendung und Funktion des Gedankenstrichs in Kleists Über die allmählige Verfertigung der Gedanken beim Reden‹ führt der Beitrag auf originelle, theoretisch reflektierte und zugleich historisch sensible Weise vor, dass der Gedankenstrich das poetologische Programm des Kleistschen Aufsatzes kondensiert und es am Ende womöglich ein Gedankenstrich war, der den »Umsturz der Ordnung der Dinge bewirkte«.