
2027 feiern wir den 250. Geburtstag Heinrich von Kleists. Kleist wurde 1777 in Frankfurt/Oder geboren und war sein Leben lang in Bewegung – rastlos und reisend, immer wieder von neuen Ideen, neuen Projekten und ungestümen Vorhaben getrieben. Neue Anfänge prägen nicht nur seine Biographie, sondern auch die Formen und Themen seiner Texte. Kleists erste Sätze sind geradezu legendär. Seinen runden Geburtstag nehmen wir als Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft zum Anlass, Kleists Mut zum Neuanfang zu würdigen und die ungebrochene Lebendigkeit seines Werkes zu feiern, das auf so vielgestaltige Weise in unsere Gegenwart spricht.
Kleists Erzählungen und Dramen, seine Essays und Briefe sind heute wirkmächtiger denn je – wirkmächtiger, als er es sich zu Lebzeiten je hätte träumen lassen. Seine Themen sind zeitlos und zugleich von ungeheurer Aktualität: Recht und Gerechtigkeit, Sündenfall und Utopie, die Überschreitung von Geschlechtergrenzen, Krieg, Willkür und Gewalt. Kleists Werk bewegt sich durch die Abgründe menschlicher Existenz und entfaltet dabei eine ungeheuerliche Spannbreite von Affekten und Gefühlen – es wirkt manchmal anziehend, manchmal abstoßend, immer aber fordert es seine Leserinnen und Leser heraus, fordert Stellungnahme und Auseinandersetzung.
Dieser Herausforderung stellen wir uns als Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm: von wissenschaftlichen Tagungen zum Thema Anfänge bei Kleist, zu Kleist in Berlin sowie zur Geschichte seiner Rezeption über Veranstaltungen zu Kleist in der Gegenwartsliteratur bis hin zu Formaten für die Schule und zur digitalen Literaturvermittlung. Kleist – das soll dieses Jubiläumsjahr zeigen – ist kein Denkmal der Literaturgeschichte, sondern lebendige Gegenwart.
Gemeinsam mit unseren Partnerinnen, der Staatsbibliothek zu Berlin und der Stiftung Kleist-Museum Frankfurt (Oder), freuen wir uns auf ein ebenso vielseitiges wie aufregendes Jubiläumsjahr an verschiedenen Orten. Ab Herbst 2026 werden wir Sie hier regelmäßig über das Programm informieren. Den Auftakt bildet die Verleihung des Kleistpreises an Thomas Melle am 22. November 2026 im Deutschen Theater zu Berlin – ein erster Vorgeschmack auf das, was Sie 2027 erwartet. Mit besonderer Freude teilen wir mit, dass unser langjähriger Förderer Holtzbrinck das Preisgeld anlässlich des 250. Geburtstags des Namensgebers auf 30.000 Euro erhöht hat.